Windsbacher Knabenchor
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Water & Spirit

Vor über 1.200 Jahren erklang erstmals, im Rahmen des Aachener Konzils, der Pfingsthymnus "Veni creator spiritus". Komponiert hatte diesen Hymnus, der die Gegenwart des Heiligen Geistes herbeisehnt, vermutlich der Gelehrte, Abt und Erzbischof Rabanus Maurus. Seitdem ist "Veni creator spiritus - Komm, Schöpfer Geist" nicht nur fester Bestandteil der westlichen Liturgie. Im Laufe der reichen Musikgeschichte inspirierte dieser Gesang die größten Komponisten von Bach bis Brahms und Max Reger zu Bearbeitungen und Neuvertonungen. Der international gefeierte Windsbacher Knabenchor hat nun für sein neues Album "Water & Spirit" ein vielseitiges A cappella-Programm zusammengestellt, das um den Pfingsthymnus kreist. Zu hören sind Motetten und Psalme vom Barock (u.a. Heinrich Schütz) über die klassische Moderne (Francis Poulenc) bis in die Gegenwart (Javier Busto). Zudem wurde als besonderer Gast der Weltklasse-Perkussionist Simone Rubino eingeladen, auch mit Werken des Chinesen Tan Dun sowie eigenen, exklusiv für den Windsbacher Knabenchor komponierten Stücken den Geist der Tradition mit der Moderne zu verbinden. Für Martin Lehmann, künstlerischer Leiter des Knabenchores, haben sich der Klang der Stimme und der Perkussion somit auf das Schönste ergänzt: "Schon bei den ersten Proben waren unserer Sänger fasziniert von den Klangfarben, die er mit Marimba- und Vibraphon, Glockenspiel oder Gongs erzeugt. Sie sind eine ideale Ergänzung zu unserem teilweise ebenso sphärischen Chorklang." Auf die Motetten des Luther-Zeitgenossen Johann Walter sowie von Johann Sebastian Bach präsentiert der Windsbacher Knabenchor zu Beginn des Albums den Ur-Pfingsthymnus "Veni creator spiritus" in einer besonderen Fassung. So umspielt Rubino den Chorgesang mit sphärischen Klängen. Gregorianik im Marimbaklang - solche überraschenden Neuinterpretationen geistlicher Meisterwerke bilden einen roten Faden dieses Albums. Zudem ist in einer Weltersteinspielung Rubinos Stück "Born of Water and Spirit" für Perkussion und Gesang zu hören. Vokalisen werden von einfachen rhythmischen Elementen begleitet und der Rhythmus kontinuierlich zu einem Höhepunkt gesteigert. "Wasser nimmt in diesem Stück einen wichtigen Stellenwert ein", so Rubino. "Wasser erzeugt den Klang aller Schlaginstrumente der Komposition, wie beispielsweise den tiefen Klang der "wood bowls". Der Gesang dazu verkörpert Spiritualität und Glaube: Glaube an Gott, Glaube an sich selbst, Glaube in den anderen, Glaube an das Leben..." Die Spiritualität und Reflexion der Schöpfung, die dieses Stück behandelt, findet dann ihre Fortsetzung in dem Percussion-Konzert "The Tears of Nature" von Tan Dun, aus dem Rubino zwei Solo-Kadenzen interpretiert. "Water & Spirit" klingt schließlich mit einem "Pater Noster" des Spaniers Javier Busto aus, das sich in der gemeinsamen Interpretation des Windsbacher Knabenchors und Simone Rubino als ein faszinierend raffiniertes Spiel zwischen Archaik und Moderne erweist.

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