Jonas Kaufmann
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Mahler: Das Lied von der Erde

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Gab es in der Aufführungsgeschichte von Mahlers "Lied von der Erde" je einen Interpreten, der beide Solopartien gesungen hat? Wahrscheinlich nicht, zumindest nicht unter den großen Sängern der letzten 100 Jahre. Und ganz sicher nicht bei den vielen verfügbaren Aufnahmen. Sein 1911 posthum in München uraufgeführtes Stück hat Mahler als "Symphonie für Tenor, Alt (oder Bariton) und Orchester" bezeichnet, und dementsprechend sind in allen bisherigen Aufnahmen zwei Solisten zu hören: entweder Tenor und Bariton oder Tenor und Alt (bzw. Mezzosopran). Mit Jonas Kaufmann hört man erstmals einen Solisten in beiden Partien. Schon die drei Tenorlieder allein sind eine besondere Herausforderung, aber Kaufmann reizte es bei Aufführungen, den Bogen von Anfang bis Ende zu spannen. Und: "Ausserdem liebe ich die tieferen Lieder so sehr, dass ich bei Aufführungen oft sehr eifersüchtig den Bariton- und Mezzokollegen gelauscht habe". Im großartigen Großen Saal des Wiener Musikvereins, in dem etliche hervorragende Mahler-Aufführungen stattgefunden haben, nahm Jonas Kaufmann mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Jonathan Nott das "Lied von der Erde" auf, und anschließend wurde das Ergebnis auch live im Konzert präsentiert. Die Kritik war begeistert und sprach von einem "vollendeten Kunstwerk": "Bei den meisten würde man das als anmaßend empfinden, bei Kaufmann ergibt das absolute Logik, weil dadurch sein baritonales Timbre prachtvoll zur Geltung kommt, er aber in der Höhe auch strahlen kann. Abgesehen vom enormen Kraftaufwand, den allein es schon zu würdigen gelte, wurde das Konzert mit den von Jonathan Nott [...] angeführten Wiener Philharmonikern zu einem musikalischen und sängerischen Ereignis". Ein berührendes Meisterwerk der Klassik in einer faszinierenden Neuaufnahme mit Jonas Kaufmann.

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