Sony Logo
Christian Gerhaher
Zu Christian Gerhaher:

Biografie

Während seiner Studienzeit bei Paul Kuen und Raimund Grumbach besuchte Christian Gerhaher an der Münchner Hochschule für Musik die Opernschule und studierte dort zusammen mit Gerold Huber Liedgesang bei Friedemann Berger. Neben einem Medizinstudium rundete er seine stimmliche Ausbildung in Meisterkursen bei Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf und Inge Borkh ab. Derzeit unterrichtet Christian Gerhaher selbst gelegentlich in ausgesuchten Meisterklassen, er ist Bayerischer Kammersänger, Honorarprofessor der Münchner Hochschule für Musik und Theater sowie Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst.

Als Exklusiv-Partner veröffentlicht Christian Gerhaher seine CDs bei Sony Music. Mit seinem Pianisten Gerold Huber liegen hier die Zyklen Schuberts, Schumanns und Mahlers vor – im Herbst 2017 erschien eine Neuaufnahme von Schuberts "Die schöne Müllerin", im Herbst 2018 wird ihre dritte Schumann-CD – u.a. mit den "Kerner-Liedern" – erscheinen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Aufnahmen mit Orchester – Werke u.a. von Bach, Haydn, Mozart, Mendelssohn, Brahms, Humperdinck, Mahler, Britten – einen besonderen Stellenwert haben auch hier Robert Schumanns Werke – "Das Paradies und die Peri" und Szenen aus Goethes "Faust" liegen als CDs bei BR Klassik, RCO live und Sony vor.

Gemeinsam mit  Gerold Huber widmet er sich nun seit 30 Jahren der Liedinterpretation – in Konzerten, in Aufnahmen und im Unterrichten, und seit vielen Jahren ausgezeichnet mit bedeutenden Preisen. Das Liedduo ist auf den Bühnen der internationalen Liedzentren zuhause: In den New Yorker Sälen, im Concertgebouw Amsterdam, in der Kölner und Berliner Philharmonie, in der Pariser Cité de la musique. Besonders häufig Gast sind sie im Wiener Konzerthaus und im Madrider Teatro de la Zarzuela; wie auch in der Londoner Wigmore Hall – dort und im Wiener Musikverein war Christian Gerhaher in den vergangenen Jahren Artist in residence. 

Die Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Simon Rattle, Daniel Harding, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink, Christian Thielemann, Kirill Petrenko, Nikolaus Harnoncourt, Pierre Boulez, Daniel Barenboim, Andris Nelsons, Kent Nagano und Mariss Jansons führte und führt ihn in die bedeutenden Konzertsäle der Welt. Zu den Orchestern, mit denen Christian Gerhaher besonders häufig arbeitet, zählen beispielsweise das London Symphony Orchestra, das Amsterdamer Concertgebouworkest und besonders die Berliner Philharmoniker, deren Artist in Residence er als erster Sänger war, sowie die Rundfunk-Symphonieorchester des Schwedischen und speziell des Bayerischen Rundfunks. 

In der Saison 2018/19 ist Christian Gerhaher bei den Berliner Philharmonikern unter Ivan Fischer mit Orchesterliedern von Hugo Wolf zu erleben. Unter Simon Rattle singt Christian Gerhaher in der Wiederaufnahme von Peter Sellars' "Ritualisierung" der "Johannes-Passion"  mit den Berliner Philharmonikern, sowie auf Tournee mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment. Mit dem Orchestre de Paris unter Daniel Harding geht Christian Gerhaher mit Brittens "War Requiem" auf Tournee.

 

 

 

Aktuelles Album

Othmar Schoeck: Elegie, Op. 36

Künstler Christian Gerhaher

Veröffentlichungs Datum: 22.04.2022

Auf seinem neuen Album "Elegie" widmet sich der Sony Classical-Künstler und herausragende Liedsänger Christian Gerhaher mit dem Kammerorchester Basel und dem Dirigenten Heinz Holliger der betörenden Schönheit und dunklen Melancholie des spätromantischen Schweizer Komponisten Othmar Schoeck. Schoecks Liederzyklus "Elegie" wurde bei seiner Uraufführung 1923 mit Musik "aus einer anderen Welt" verglichen und ist nach wie vor eines der verkannten Wunder des Liedrepertoires. Die 24 Lieder, die von einem Ensemble aus 15 Instrumentalisten begleitet werden, erzählen eine Geschichte von schmerzlichen Abschieden, verlorener Liebe und verblassender Schönheit.

Christian Gerhaher ist auf der ganzen Welt für seine unverkennbare Baritonstimme gefragt, die Leichtigkeit und Lyrik mit einer unvergleichlichen Bedeutungstiefe verbindet. In Schoecks Musik kommt deren Klang besonders gut zur Geltung. In den Fußstapfen von Dietrich Fischer-Dieskau hat sich Gerhaher bereits als renommierter Vertreter von Schoecks Notturno für Bariton und Streichquartett erwiesen. Auf dieser neuen Einspielung der "Elegie" offenbart Gerhaher mit seinem charakteristischen eindringlichen Vortrag die leuchtende Schönheit dieser besonderen und fesselnden Lieder, die ausgewählte Gedichte von Eichendorff und Lenau vertonen. Der Zyklus präsentiert eine Reihe atmosphärischer Porträts, die durch eine Ich-Erzählung miteinander verbunden sind, die zwischen verschiedenen Gefühlszuständen hin- und hergleitet, von denen viele von einem tiefen Gefühl der Einsamkeit geprägt sind.

Schoecks düstere, introspektive Partitur hat unter Musikwissenschaftlern und Historikern für Aufregung gesorgt. Einige spekulieren, dass "Elegie" eine Reaktion auf die intensive, aber letztlich unglückliche Beziehung des Komponisten mit der Pianistin Mary de Senger und seine Auseinandersetzung mit deren qualvollem Ende war ("Elegie" ist der Pianistin gewidmet). Andere haben das Werk als Schoecks Abschied von der Romantik gedeutet, als die musikalische Avantgarde sich an einen Ort bewegte, den er nicht mehr verstand. Schoecks Musik reagierte in der Tat auf zeitgenössische Trends. "Elegies" präzises und leuchtendes 15-köpfiges Ensemble blickt in die Richtung von Schönbergs "Pierrot Lunaire" und Strawinskys "Histoire du Soldat".

„In seinem Gesang wird jedes Gedicht zu einem Klang und jeder Klang wiederum zu einem Wort-Ton-Gedicht, wobei die farbliche Ausdruckspalette fast unerschöpflich wirkt. Tatsächlich gibt es gegenwärtig wohl keinen anderen Sänger, der in der Textexegese wie auch in der klanglichen Ausgestaltung der Worte eine derartige Tiefe und Ereignisdichte erreicht. In diesem Sinn ist Gerhaher ein wahrer Sänger-Poet.” (Neue Zürcher Zeitung)