Lucas Debargue
Zum Künstler Lucas Debargue

Scarlatti

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Lucas Debargue erweckt die Cembalo Sonaten von Domenico Scarlatti zu neuem Leben und präsentiert Werke abseits der gängigen Klavierliteratur.


Der Pariser Pianist hat die schroffen Gipfel der Klavierkunst mit Beethoven, Liszt, Ravel schon erklommen. Er hat sich schon regelrechter romantischer Gewitter wie Franz Schuberts 14. Klaviersonate in a-moll oder Ravels Gaspard de la Nuit mit seinem furiosen Finale angenommen. Auf seinem neuen Album widmet sich Lucas Debargue nun komplett Domenico Scarlatti. Bereits auf seinem hochgelobten Debutalbum spielte er vier Sonaten des Italieners ein.

„Debargues Scarlatti erinnert an große Vorbilder…differenzierte Anschlagskultur und Feeling, wie sie einst Vladimir Horowitz diesen Miniaturen angedeihen ließ und dem Klavierwerk Scarlattis neuen Klang verlieh […] Debargue berührt Ausdrucksgrenzen zwischen todtraurig und klangberauscht: Das kann man überpointiert finden, packend klingt es allemal. Da ist er dann auch, der sanfte Glenn Gould-Touch.“ – Der Spiegel

Strahlend hell ist die Aufnahme geworden, die Debargue in nur fünf Tagen in Berlin einspielte. Aufgenommen wurde in der Jesus-Christus-Kirche an der Freien Universität in Dahlem, wo auch Karajan einst einspielte. Debargue spricht von „perfekten Bedingungen“.

„Man hört bei Scarlatti die Einflüsse Südspaniens, Andalusiens, aber auch den Barock“, sagt Debargue, „und oft auch noch etwas Verrücktes, diesen Willen zum Ausprobieren, was Tasteninstrumente überhaupt sagen können. Die Balance dieser Musik fasziniert mich“. Um Scarlatti in die Moderne zurückzuholen, nahm Debargue dort auf einem Bösendorfer 280 auf. Er spielt alles ohne Pedal, benutzt das Instrument quasi gegen den Strich, und findet einen perlenden, sonnenhellen Klang. So hört man den Formenreichtum Scarlattis wieder neu. Ein insistierende Prim in der Sonate K14 klingt dann auch mal erstaunlich nach Beethoven. Debargue wollte den Italienischen Meister so der Alten Musik entreißen. Es gebe zwar fantastische Aufnahmen, sagt er, aber die seien kaum noch hörbar für das moderne Ohr. „Ich höre mehr Cembalo als Scarlatti, das Instrument steht immer im Vordergrund“, erklärt er. „Struktur und Form der oft hoch komplexen und klugen Sonaten nimmt man selten wahr.“

Das ändert sich nun. Dazu hat der Pariser Pianist einen Querschnitt durch Scarlattis Werk ausgesucht. Debargue öffnet dem Zuhörer wieder einmal die Tür zu neuen Klangerlebnissen und präsentiert Werke abseits der normalen „Bühnenreißern“. Von der noch tief dem Barock verhafteten K6 in F-Dur, einer Sonatine, deren linke Hand gleichsam einen Generalbass formuliert reicht das Repertoire bis hin zur K526, einer äußerst farbenreichen Sonate, die in trickreich ineinander verwobenen Legato-Passagen schon den romantischen Klang vorwegnimmt.

 

 

 

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